Curl - die Sprache der Zukunft?

HTML hat unbestritten viele Nachteile. Daher hat der Erfinder des Webs, Tim Berners-Lee, einen neuen Anlauf gewagt, das Netz zu revolutionieren - mit einer neuen Sprache namens Curl.

HTML war ursprünglich nicht dafür gedacht, komplexe Seiten zu erstellen. Es sollten nur Texte dargestellt, formatiert und verlinkt werden. Mehr nicht. Dass das Internet so rasant wachsen würde, war nicht vorauszusehen. Also musste HTML erweitert werden. XML, XHTML und DHTML zeigen schon im Namen, dass sie eine Erweiterung des bisherigen Standards sind. Mit fatalen Folgen: Jeder Browser zeigt die Web-Seiten anders an, jeder Editor schreibt einen anderen "Dialekt". Schwierig also, ein einheitliches Design für alle Fälle zu entwickeln.

Das soll mit Curl nun anders werden. Es soll sowohl eine Sprache als auch eine Entwicklungsumgebung sein. Sie soll als Ersatz für HTML die Präsentation von formatiertem Text ermöglichen, hat aber zusätzlich die Fähigkeiten von Skript-Sprachen und objektorientierten Programmiersprachen. Die Möglichkeiten von Curl reichen vom einfachen, formatierten Text bis zu komplexen interaktiven Applets.


Ein 3D-Bild zum hindurchfahren

Das haben sich nicht etwa nur profitorientierte Firmen ausgedacht, sondern Leute und Institutionen, die von jeher über einen hervorragenden Ruf im Internet verfügen: Neben dem schon erwähnten Tim Berner-Lee engagiert sich das altehrwürdige Massachusetts Institute of Technology (MIT) und die US-Regierung in diesem Projekt. Etliche Millionen Dollar sind bisher in Curl investiert worden.

Was Curl heute schon kann, beweisen die Online-Beispiele. Ohne Plug-In geht allerdings gar nichts. Man wird überrascht sein, wie vielfältig Grafiken animiert werden können. Man kann durch dreidimensionale Grafiken hindurchfahren, sie drehen, zoomen und vieles mehr. Einiges davon hat man sicherlich schon als Java Applet gesehen. Der Witz ist jedoch, es handelt sich hierbei nicht um Applets, sondern um reinen Curl-Quelltext.

Das auffälligste Merkmal, die geschweiften Klammern (Curly Brackets), gaben Curl auch den Namen. Ein kleines Beispiel soll das verdeutlichen:

{paragraph
{bold Die Made.} Hinter eines Baumes Rinde sitzt die Made mit dem Kinde.}

Hier wird innerhalb eines Absatzes ein Bereich fett geschrieben. Weitere Dateien werden mit einem include-Befehl eingebunden:

{include "heinz-harald.curl"}

Textformatierungen und Prozeduren können auch in separate Dateien ausgelagert werden. Es wird dann ein Load-File erstellt, in dem die Lade-Anweisungen zusammengefasst werden:

{package gedichte}
{include "gedichte-text-formats.curl}
{include "gedichte-text-prozeduren.curl}

Auf den einzelnen Seiten erscheint nur noch kurz und knapp:

{import * from gedichte}

Also eine erhebliche Quelltext-Einsparung in der Hauptseite. Andererseits aber eine Datei mehr auf dem Server, die man bei Updates im Auge behalten muss.

Ob sich Curl gegen die bisher verwendeten Techniken durchsetzen kann, wird sich zeigen. Im Mai 2001 fand in Boston die CurlWorld statt, auf der Curl offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Man darf also gespannt sein.

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Rubrik: Programmierung
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